Über mich als Autor

Ich schreibe nicht aus der Distanz. Ich schreibe aus dem Alltag. Aus Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen. Aus Gesprächen im Wald. Aus Erfahrungen in Schule, Familie, Projekten und aus Momenten, die mich selbst geprägt haben.

Mein Name ist Tobias Schüppen. Ich bin Diplom-Sozialarbeiter, Diplom-Sozialpädagoge, Autismustherapeut, Anti-Gewalt-Trainer, Marte Meo Supervisor und Waldbotschafter. Vor allem aber bin ich jemand, der daran glaubt, dass Kinder nicht erst passend gemacht werden müssen, um einen Platz in dieser Welt zu haben.

Mein Weg

Schon früh war mir wichtig, nicht nur zuzuschauen, sondern etwas zu bewegen. Ich wollte mit Menschen arbeiten, Räume schaffen, Dinge anders denken und mich dort einbringen, wo andere vielleicht längst aufgegeben hätten.

Meine eigene Geschichte hat mich dabei stark geprägt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, anders zu sein. Ich weiß, wie wichtig Menschen sind, die einen sehen, halten und nicht kleiner machen. Und ich bin in einer Familie groß geworden, in der nicht lange gefragt wurde, ob jemand Hilfe verdient, sondern ob wir helfen können.

Diese Haltung begleitet mich bis heute.

Meine Arbeit mit neurodivergenten Kindern

Ich arbeite an einer Förderschule mit Kindern und Jugendlichen, die oft schon viele Erfahrungen mitbringen, bevor sie bei uns ankommen. Viele von ihnen haben erlebt, dass sie nicht passen. Dass sie zu laut, zu impulsiv, zu still, zu anders oder zu schwierig sind.

In meiner Arbeit geht es mir nicht darum, Kinder zu reparieren. Es geht mir darum, Verhalten zu verstehen. Ich frage nicht zuerst: „Wie bekomme ich das weg?“ Sondern: „Was braucht dieses Kind gerade? Was steckt dahinter? Was hilft, damit es sich sicher genug fühlt, um zeigen zu können, was in ihm steckt?“

Aus dieser Haltung heraus ist auch meine Arbeit in der Kompetenzwerkstatt entstanden. Ein Raum, in dem Kinder nicht funktionieren müssen, sondern ihre Stärken entdecken, Beziehung erleben und Schritt für Schritt Vertrauen entwickeln dürfen.

Der Wald als Erfahrungsraum

Der Wald ist für mich mehr als ein Ort. Er ist ein Raum, in dem vieles möglich wird, was im Klassenzimmer oft schwer ist.

Draußen verändert sich etwas. Kinder dürfen sich bewegen. Sie dürfen schweigen. Sie dürfen erzählen. Sie dürfen rennen, staunen, Quatsch machen, still werden und wieder auftauchen. Im Wald entstehen Gespräche oft nebenbei. Ohne Druck. Ohne Tisch dazwischen. Ohne das Gefühl: Jetzt musst du etwas sagen.

Genau daraus ist für mich Walk to Talk entstanden. Beziehung in Bewegung. Nicht als Methode aus dem Lehrbuch, sondern als Erfahrung aus meinem Alltag.

Ich erlebe immer wieder, wie gerade neurodivergente Kinder im Wald anders ansprechbar sind. Nicht, weil der Wald alles löst. Sondern weil er Raum gibt. Und manchmal ist genau das der Anfang.

Marte Meo: Der Blick auf das, was da ist

Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist Marte Meo. Für mich ist Marte Meo nicht nur eine Methode, sondern eine Haltung.

Der Blick richtet sich nicht zuerst auf das, was fehlt. Sondern auf das, was schon da ist. Auf kleine gelingende Momente. Auf Kontakt. Auf Entwicklungssignale. Auf Fähigkeiten, die manchmal unter Stress, Konflikten oder Diagnosen verborgen liegen.

Dieser Blick hat viel mit meinem Buch zu tun. Denn auch beim Schreiben geht es mir darum, anders hinzuschauen. Nicht vorschnell zu bewerten. Nicht nur das Verhalten zu sehen. Sondern den Menschen dahinter.

Alter Sensus und die Kraft von Gefühlen

Gemeinsam mit Felix habe ich Alter Sensus gegründet. Unser Ziel ist es, Kinder emotional zu stärken und Räume zu schaffen, in denen sie über Gefühle sprechen können, ohne dass es schwer oder peinlich wird.

Daraus sind Projekte wie der Gefühlswürfel, das Hörspielprojekt MitGefühl und weitere Materialien entstanden. Mich beschäftigt dabei immer die gleiche Frage: Wie können Kinder lernen, sich selbst besser zu verstehen? Wie können sie Worte für das finden, was in ihnen passiert? Und wie können Erwachsene sie dabei begleiten, ohne sie zu überfordern?

Auch in meinem Buch spielt dieser Gedanke eine wichtige Rolle. Denn neurodivergente Kinder brauchen nicht nur Struktur. Sie brauchen auch Sprache für Gefühle, sichere Beziehungen und Erwachsene, die bereit sind, mitzudenken.

Warum ich dieses Buch geschrieben habe

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich in meinem Alltag immer wieder sehe, wie schnell Kinder falsch gelesen werden.

Ein Kind verweigert nicht einfach.
Ein Kind provoziert nicht immer.
Ein Kind zieht sich nicht ohne Grund zurück.
Ein Kind, das laut wird, hat vielleicht lange versucht, leise durchzuhalten.

Ich wollte ein Buch schreiben, das keine einfachen Antworten verspricht. Sondern eines, das Mut macht, genauer hinzuschauen. Ein Buch für Eltern, Fachkräfte, Lehrkräfte und alle Menschen, die neurodivergente Kinder begleiten.

Es ist ein Buch über ADHS, Autismus, FASD, Masking, Pubertät, Übergänge, Schule, Eltern und Beziehung. Aber vor allem ist es ein Buch über Haltung.

Was mir wichtig ist

Ich glaube, dass wir eine neuroinklusive Welt brauchen. Eine Welt, in der Kinder nicht erst beweisen müssen, dass sie dazugehören. Eine Welt, in der Unterschiede nicht sofort als Störung gelesen werden. Eine Welt, in der Erwachsene bereit sind, ihre eigenen Bilder zu hinterfragen.

Für mich beginnt das nicht mit großen Konzepten. Es beginnt im Alltag.

Mit einem Blick.
Mit einem Satz.
Mit einem Spaziergang.
Mit einem Kind, das nicht aufgegeben wird.
Mit einem Erwachsenen, der bleibt.

Genau darum geht es für mich auch als Autor:

Anker sein.
Nicht perfekt.
Aber echt.
Nicht mit fertigen Antworten.
Aber mit der Bereitschaft, hinzuschauen.

erste Rückmeldungen von Testleser:innen

„Ich habe mehrfach eine Gänsehaut beim Lesen gehabt. Besonders gefallen hat mir, dass du nicht für alles einen Lösungsweg aufzeigst, sondern Möglichkeiten anbietest.“

Karsta
Fachkraft in der Jugendhilfe

„Ich habe so viele Anteile von mir – als Kind, als Vater und als Erzieher – gesehen und wiedererkannt. Ich glaube, es wird vielen Menschen als Unterstützung dienen.“

Sebastian
Vater & Erzieher

„Ich habe auch einige Tränen vergossen. Ich bin voller Dankbarkeit und Respekt vor eurer Arbeit. Dass wir Eltern als Löwen und Löwinnen bezeichnet werden, hat mich zum Lächeln gebracht.“

Azerina
Mutter
Alter Sensus

Projekte und Materialien zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern – praxisnah, kreativ und für den pädagogischen Alltag entwickelt.

Europäisches Institut für Neurodivergenz

Wissen, Beratung und Weiterbildung rund um Neurodivergenz – mit dem Ziel, Verständnis und Neuroinklusion zu fördern.

Der Bundeselternrat vertritt die Interessen von Eltern auf Bundesebene und bringt ihre Perspektiven in bildungspolitische Diskussionen ein.

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